
AFS
Die AFS-Methode beruht auf der Tatsache, dass Menschen mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie Informationen anders verarbeiten.
Was ist AFS?
Die AFS-Methode wurde 1995 von Dr. Astrid Kopp-Duller entwickelt. Sie wurde mit dem Ziel geschaffen, einen neuen Weg in der pädagogisch-didaktischen Arbeit beim Erwerb von Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen zu eröffnen (Kopp-Duller, 2019).
Menschen mit Legasthenie nehmen – bei durchschnittlicher oder überdurchschnittlicher Intelligenz – ihre Umwelt auf eine andere Weise wahr. Ihre Aufmerksamkeit ist beim Dekodieren von Zahlen und Buchstaben vermindert, da sie Informationen anders verarbeiten als Menschen ohne Dyslexie. Auf diese Weise entstehen Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Rechnen.
Die AFS-Methode konzentriert sich auf die Entwicklung
der Aufmerksamkeit, der Funktionen und der Symptome
Der unterschiedliche Grad an Aufmerksamkeit bei Kindern mit Dyslexie führt dazu, dass sie im Bereich des Symbolerwerbs nicht das zeigen, was von ihnen erwartet wird.
Es treten viele Fehler auf, da Denken und Handeln als Prozesse nicht gleichzeitig ablaufen.
Daraus ergeben sich sogenannte Wahrnehmungsfehler, die die Ursache für Rechtschreibfehler sind. Das Hauptziel besteht darin, eine Gleichzeitigkeit von Denken und Handeln zu erreichen.
Die sogenannten Funktionen, auch als sensorische Wahrnehmungen bezeichnet, sind bei Kindern mit Legasthenie unterschiedlich ausgeprägt.
Sie nehmen anders wahr, und ihr sehr schneller Denkprozess erschwert das korrekte Schreiben, Lesen oder Rechnen.
Diese Kinder benötigen mehr Zeit, um Symbole, Wortbildung oder arithmetische Handlungen zu erkennen und sicher zu erlernen.
Es ist wichtig zu wissen, welche sensorischen Wahrnehmungen anders funktionieren, da die Dysfunktion nicht immer alle Bereiche gleichzeitig betrifft (visuelle Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, räumliche Orientierung).
Das Symptomtraining ist eine Arbeit an der Identifikation von Wahrnehmungsfehlern und deren Beseitigung.
Kinder mit Legasthenie/Dyskalkulie lernen das Schreiben, Lesen oder Rechnen
ebenfalls durch Übungen, jedoch ist es sehr wichtig, dass dieser Prozess mit einer schrittweisen Steigerung der Aufmerksamkeit und der sensorischen Wahrnehmungen einhergeht.
Das Lernen sollte mit allen Sinnen erfolgen. Den Kindern muss die Möglichkeit gegeben werden, dreidimensionale Varianten von Symbolen und Wörtern kennenzulernen, die sie nicht erkennen oder verstehen.
